Beobachtungsturm BT 9
Warum steht der Turm in Culitzsch? Wie kommt er dahin? War da eine Grenze?
Eine Frage können wir sofort beantworten. In Culitzsch gab es keine Grenze. Es gab auch keine militärische Anlage.
Zu den anderen zwei Fragen erzählen wir etwas mehr.
Unser Turm-Projekt – wie alles anfing
In unserem Museum zeigen wir alte Fahrzeuge, die wir restauriert haben. Alle Autos funktionieren. Dafür geben wir uns viel Mühe.
Im April 2020 fand ein jemand aus dem Verein bei eBay einen alten Wachturm BT 9. Man musste ihn selbst abbauen. Die Person schickte die Anzeige an den Vorstand. Das war eigentlich nur als Spaß gedacht.
Aber es war eine gute Idee. Wir suchten schon lange nach einem besonderen Bauwerk für unser Gelände. Der Turm war perfekt:
- Tolle Aussicht von oben
- Historischer Hintergrund – perfekt für unser Museum
Erste Schritte: Am nächsten Tag meldeten wir uns beim Verkäufer. Zuerst wollten wir den Turm anschauen. Der Verkäufer erklärte: Der Turm steht seit Jahren zum Verkauf. Er ist schwer zu erreichen, mitten im Wald hinter einem Hügel. Bisher hat es niemand geschaftt, den Turm abzubauen..
Trotzdem machten wir weiter. Wir vereinbarten einen Besichtigungstermin. Danach entschieden wir, den Turm zu kaufen.
Vorbereitung für den Abbau: Wir informierten uns über die Bauweise der Türme. Durch Kontakte lernten wir einen ehemaligen NVA-Maurermeister kennen. Er kannte sich aus mit dem Abbau solcher Türme. Er erklärte uns, was wichtig für den Abbau war. Er erklärte uns auch, welchen Kran wir brauchen.
Für den Aufbau dieser Türme in der DDR nutzte man den IFA ADK 125-Kran. So einen Kran hatten wir noch nicht im Museum. Deshalb kauften wir einen.
Der Turm-Umzug
Im November 2020 fuhren wir in einen Kiefernwald bei Spreenhagen. Wir hatten uns lange vorbereitet. Im Wald bauten wir den Turm ab. Danach brachten ihn nach Culitzsch. Drei Tage und Nächte waren wir unterwegs. Alles klappte perfekt. Die Turmteile wogen etwa 50 Tonnen.
Zuhause beantragten wir die Baugenehmigung. Während wir auf die Genehmigung warteten, arbeiteten wir die Teile auf. Die Kanzel und die Dachplatte waren stark beschädigt. Das Fundament mussten wir komplett neu bauen. Dafür benutzten wir viel Stahl.
Der Aufbau: Beim Museumsfest 2021 setzten wir das erste Turmteil. Ab Oktober 2021 bauten wir die Beton-Teile weiter auf. Wir setzen jedes Wochenende ein neues Teil auf. Das war wichtig, damit der Mörtel nicht zu stark belastet wird. Der Mörtel ist der Kleber für die Steine.
Im Turm tauschten wir die alten Leitern gegen bequemere Treppen aus. Alles andere blieb original oder wurde mit originalen Materialien repariert.
Insgesamt dauerte das Projekt zweieinhalb Jahre.
Warum der Turm wichtig ist: Der Turm ist nicht nur für die Aussicht da. Er erzählt Geschichte aus der DDR-Zeit. Früher stand er als Wachturm der NVA. Die NVA war die Armee der DDR. Der Turm erinnert an die Zeit, als Deutschland geteilt war. So bleibt die Erinnerung an diese Zeit für alle lebendig.
Der Film zum Beobachtungsturm
Es gibt auch einen Film zum Beobachtungsturm. Den Film können Sie auf DVD im Shop kaufen.