RS 09/124

Exponat-Beschreibuung zum Anhören:

Der Geräteträger GT 124 oder auch RS 09/124 erschien 1964 und war der stärker motorisierte Nachfolger des RS 09/15 mit einem vom VEB Motorenwerk Cunewalde entwickelten und gefertigten luftgekühlten Dieselmotor. Das Gesamtkonzept der Einholmbauweise des Vorgängers blieb erhalten. Das komplette Triebwerk war auf bzw. über der Hinterachse mit Motor, Getriebe, Differential und den Endantrieben zu einer Einheit zusammengefasst. Das Viergang-Zweigruppengetriebe mit jeweils acht Vor- und Rückwärtsgängen wurde jedoch verstärkt. Unverändert blieben auch der kastenförmige Tragholm und die Pendelvorderachse.

Bis 1975 wurden 90506 Stück gebaut, ein Großteil für den Export. Die Geräteträger waren die mit Abstand wichtigsten Arbeitsmaschinen in den LPG und VEG der DDR, selbst die Architektur der Stallgebäude wurde an Spurbreite, Höhe und Wendekreis dieser Maschine angepasst. Hilfreich war, dass Radstand und Spurbreite des Geräteträgers variierbar sind.

Technische Daten

  • Baujahr: 1966
  • Motor: V4-Viertakt-Diesel; 4 KVD 8 SVL
  • Hubraum: 1600 cm³
  • Leistung: 25 PS (18 KW) bei 3000 U/min
  • Leergewicht: 1380 kg
  • Länge:​​ 3878 mm
  • Breite:​​ 1520 mm
  • Höhe:​​​ 1940 mm
  • Verbrauch: 292 g/kWh
  • Höchstgeschwindigkeit: 18 km/h

Unser Modell

Unseren GT 124 haben wir 2004 nach Erwerb des Stellgeländes als Arbeitsmaschine gekauft. Über die Geschichte davor und seinen Einsatz in der Landwirtschaft der DDR ist uns nichts bekannt. Er war unser erster und treuer Helfer bei der Entkernung der alten Stalleinbauten, wie sie hier am Beispiel einer originalen Box, in der jeweils 12 Kühe standen, dargestellt ist.

Die Boxen waren nacheinander angeordnet, jeweils 12 je Seite. Verbunden waren die Boxen mit einem Längsgang je Seite auf dem die Kühe, so wie unsere Kuh Waltraud, zum Fressgitter heraustreten konnten. In der Mitte zwischen den Fressgittern beider Seiten war der Futtergang, in dem mit einem Multicar oder ähnlichem das Futter bereitgestellt wurde. Mit dem GT 124 haben wir z.B. die Gitterroste der Güllekanäle oder die Betonplatten der Trennwände ausgebaut.

Da er unser einziger motorisierter Helfer in der schweren Anfangszeit war, haben wir beschlossen ihn so zu erhalten und hier zu präsentieren.