Saporoshez SAS 968 A

Der Saporoshez war ein PKW des sowjetischen bzw. ukrainischen Hersteller „SAS“ in der Stadt Saporischschja. Unter Stalin wurde um 1950 die Entwicklung eines einfachen, billigen Fahrzeugs für Kriegsversehrte angeordnet. Gebaut wurde es jedoch erst ab 1960 unter Chruschtschow und in verschiedenen Modellreihen bis 1994 hergestellt. Die selbsttragende, zweitürige Karosserie war gestalterisch an den NSU Prinz 4 angelehnt. Markant waren die großen, nach außen gewölbten Lufteinlässe an den hinteren Seitenflächen. Umgangssprachlich wurden diese Fahrzeuge in der DDR meist Saporosch oder einfach Sapo genannt. Insgesamt liefen in den Jahren 1960 –1994 ca. 3,4 Millionen Autos vom Band.

Der Ruf des Saporoshez war aufgrund seiner schlechten Verarbeitungsqualität und geringen Zuverlässigkeit nicht besonders. Kosenamen wie Stalins letzte Rache, Zappelfrosch, Kremlwanze, Soljanka Schüssel oder Taiga Trommel waren gebräuchlich. Bekannt war zudem in der DDR der Spruch: „Wer früher einen Ochsen (einen Esel, eine Ziege …) drosch, fährt heute einen Saporosch. Gemeint waren damit LPG-Bauern, die, verglichen mit Stadtbewohnern, deutlich häufiger einen recht geländetauglichen Saporoshez kauften.

Technische Daten

  • Baujahr: ​​​​1978
  • Motor: ​​​​​V4-Viertakt-Otto
  • Leistung: ​​​​40 PS/29 kW bei 4200 U/min
  • Hubraum:​​​​ 1196 cm³
  • Länge: ​​​​​3730 mm
  • Breite:​​​ 1570 mm
  • Höhe:​​ ​​1400 mm
  • Leergewicht: ​840 kg
  • Verbrauch: 11 l/100 km
  • Höchstgeschwindigkeit: ​118 km/h

Unser Modell

Unseren Sapo haben wir im Jahr 2023 im original erhaltenen Zustand gekauft. Der Verkäufer hatte ihn mit ca. 11.000 km aus Erstbesitz erworben und wollte ihn eigentlich aufheben. Da er aber mehrere Fahrzeuge hatte und ihm der Platz ausging, musste er etwas verkaufen. Er entschied sich für den Sapo, der mit diesem Tachostand und in diesem Zustand eher zu Schade ist, um damit zu fahren. Nachdem die Anzeige bei Kleinanzeigen ein paar Stunden online war, entschied er sich wieder anders und wollte ihn dann doch behalten. Da war es aber zu spät. Wir hatten die Anzeige gespeichert und schon Kontakt aufgenommen. Die Tatsache, dass das Fahrzeug bei uns ins Museum kommen sollte, begeisterte ihn. Dennoch dauerte es zwei Jahre bis er sich endlich dazu durchgerungen hatte uns den Sapo zu verkaufen.