Tatra 603
Der Tatra 603 ist ein Luxuswagen des Automobilherstellers Tatra aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Er wurde von 1956 bis 1975 in drei Serien hergestellt und setzte die Tradition stromlinienförmiger Formgebung bei Tatra fort, die auf Hans Ledwinka zurückging. Zusammen mit Ferdinand Porsche zählt er zu den bedeutendsten Automobilpionieren Österreichs. Sogar die späteren VW Käfer und Porsche 356 ähneln den Entwürfen Ledwinkas.
Der luftgekühlte V8-Motor im Heck des Tatras hatte sich bereits in den 50er Jahren in GP-Rennwagen bewährt. Charakteristisch sind auch der Zentralrohrrahmen mit Pendelachsen hinten sowie die für die Luftkühlung benötigten Lufteintrittshutzen, die in die hinteren Radkästen integriert sind. Somit hob sich der Tatra 603 sowohl technisch als auch äußerlich deutlich von anderen PKW-Baumustern ab. Als repräsentatives Fahrzeug der Oberklasse stand er im Ostblock hochrangigen Personen und Organen der Gesellschaft durch Zuteilung zur Verfügung. Es wurden 20.422 Exemplare größtenteils in Handarbeit gefertigt.
Technische Daten
- Baujahr: 1960
- Motorbauform: V8-Viertakt-Otto; luftgekühlt
- Hubraum: 2472 ccm
- Leistung: 95 PS (70 KW) bei 5000 U/min
- Leergewicht: 1470 kg
- Zuladung: 490 kg
- zul. Gesamtgewicht: 1960 kg
- Höhe: 1530 mm
- Breite: 1910 mm
- Länge: 5065 mm
- Verbrauch: 14 l/100 km
- Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Unser Modell
Unseren Tatra 603 haben wir im März 2019 in den Niederlanden geholt. Seinen Besitz haben wir der Spielzeugabteilung in unserem Museum zu verdanken. Sein Vorbesitzer erzählte uns, als er vor dem ferngelenkten Modell an der Vitrine stand, dass er noch so ein Fahrzeug von seinem Vater hat und es gerne verkaufen möchte. Er hatte ihn in den 90er Jahren von einem tschechischen Mechaniker gekauft der in Münster arbeitete. Dieser brachte ihn von seiner Heimat mit, wo er in Besitz eines Kombinatsdirektors war. Der Tatra ist Baujahr 1960, hat aber die Form der dritten Serie die erst ab 1969 produziert wurde. Im Laufe seines Einsatzes wurde er demnach zur Überholung ins Werk zurück geschickt, wo er eine neue Karosserie erhielt und dabei die ältere Ausführung auf den aktuellen Stand umgerüstet wurde.
Der Vorbesitzer hatte kein Foto aber nach seiner Beschreibung erahnten wir bereits das es sich um ein gut gepflegtes Modell handeln musste. Nach dem Winter ging es dann mit Anhänger direkt nach Holland. In der Garage einer Reihenhaussiedlung fanden wir unser neues Fahrzeug. Der Zustand hatte unsere Erwartungen noch übertroffen. Nach einer kurzen Durchsicht und Komplettierung der demontierten Teile lief er dann tadellos.