Minol-Tankstelle
Geschichte und Nachbau:
Für die hier nachgebaute Station stand die Minol-Tankstelle in der Zwickauer Güterbahnhofstraße /Ecke Kopernikusstraße Pate. Diese in den 30er Jahren errichtete Anlage überstand den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit und gehörte ab 1956 zum Netz des VEB Minol. Er war in der DDR für die Versorgung mit Kraft- und Schmierstoffen verantwortlich Der Name besteht aus den beiden Anfangssilben von Mineralöl und Oleum (lat. Öl). Das Maskottchen war der sehr bekannte der Minol-Pirol.
Das Neon-T auf dem Dach der kleinen Tankstation war schon von weitem zu sehen. Als Teil der an diesem Standort angesiedelten Firma „Großgaragen Vorsprecher OHG“ bot sie viele Jahre Benzin, Diesel und Öle an. In den 60er Jahren wechselte Minol die unterirdischen Tankbehälter aus. Die drei Vorkriegsbehälter wurden geborgen und durch neue Tanks ersetzt.
Nachdem Inhaber Karl Weiss seine Station in den 70er Jahren an Minol verkaufte, waren die Zwickauer Adam und Johannes Pirgl viele Jahre als Tankstellen-Leiter für das Geschehen an den Zapfsäulen verantwortlich. Sie und ihre Kollegen bedienten die Kunden bei Wind und Wetter auf der Fahrbahn. Kassiert wurde entweder direkt am Fahrzeug oder im kleinen Kassenraum. Dort gab es einige wenige Artikel der Autopflege und Zündkerzen. In den 80er Jahren verkaufte man hier rund 1 Mio. Liter Benzin und Diesel in einem Monat. Direkt unterhalb des Auslieferungslagers vom VEB IFA-Vertrieb gelegen, haben hier Tausende Neuwagenbesitzer ihren PKW das erste Mal auftanken lassen.
An den fünf rot/gelben Zapfsäulen gab es Mitte der 80er Jahre NORMAL-Benzin für 1,50 Mark pro Liter, EXTRA-Benzin für 1,65 Mark und Diesel für 1,40 Mark. Da es beim Tanken in der DDR oft lange Warteschlangen gab, füllten die Kunden auch häufig ihre Reservekanister. Der Kraftstoff-Nachschub kam nachts vom nahegelegenen Minol-Tanklager in der Reichenbacher Straße. Wenn auch dort das Benzin ausging, mussten die Tankwagen bis ins Großtanklager Hartmannsdorf fahren. So kam es vor, dass die kleine Tankstelle manchmal leer stand. Nach der Wende entsprach die Station nicht mehr den Anforderungen der Autofahrer. Anfang 1993 wurde sie für immer geschlossen.
Die drei Zapfsäulen vom Hersteller VEB VAKA-Werke Halle sowie einige Ölkannen sind eine Leihgabe des Horch-Museums in Zwickau.
Technische Daten
Unser Modell