Tatra 813 8x8 Kolos
Tatra ist einer der ältesten Fahrzeughersteller (1924) mit Sitz in Koprivnice in der Tschechoslowakei. Tatra ist bekannt für seine luftgekühlten Motoren bei PKW und LKW. Der Tatra 813 (1967 – 1982) wurde in erster Linie für die Armee als schweres Zugfahrzeug entwickelt. Es gab eine 6x6- sowie eine 8x8-Ausführung (Kolos).
Unser Kolos hat den Tatra typischen Zentralrohrrahmen mit Pendelachsen. Die Räder an den Halbachsen zeigen deshalb einen positiven Sturz. Im Inneren des Zentralrohres sind alle Verteilerwellen und -getriebe und die Differentiale untergebracht, die dadurch bei Fahrten im Gelände vor Bodenkontakt geschützt sind. Das zentrale Verteilerdifferentialgetriebe, die Zwischendifferentiale des vorderen und hinteren Achspaares und die Achsdifferentiale können gesperrt werden, was dem 8×8-Modell zu extremer Geländegängigkeit verhilft. Er hat ein 5-Gang-Synchrongetriebe, kombiniert mit Zweigang-Zusatzgetriebe und zweistufigem Planetengetriebe, dadurch stehen insgesamt 20 Vorwärts- und vier Rückwärtsgänge zur Verfügung.
Technische Daten
- Baujahr: 1980
- Motor: V12-Viertakt-Diesel; luftgekühlt; Typ T 930-3
- Hubraum: 17.640 cm³
- Leistung: 250 PS (184 kW) bei 2000 U/min
- max. Drehmoment: 991 Nm bei 1300 U/min
- Leergewicht: 13.800 kg
- Zuladung: 8200 kg
- zul. Gesamtgewicht: 22.000 kg
- Länge: 8800 mm
- Breite: 2500 mm
- Höhe: 3350 mm
- Anhängelast: 100 Tonnen!
- Verbrauch: 40 l/100km
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
- Steigfähigkeit: 65 %
Unser Modell
Unseren Tatra haben wir im Winter 2012 vom Rennsteig in die heimische Werkstatt geholt. Nach längerer Bestandsaufnahme bestätigte sich unsere verdrängte Vorahnung, dass es sich um einen großen, schweren Haufen Schrott handelt. Einzig der Motor, der sauber lief, hinderte uns daran diesen beim Schrotthändler gegen Bargeld zu tauschen. Aber der Ehrgeiz siegte und das Projekt 813 wurde angegangen. Zerlegt wurde mit Hammer und Schneidbrenner. Die Elektrik und auch die Luftanlage waren komplett hinüber. Also auch hier: alles neu.
Nach der Zerlegung haben wir mit der Entrostung, Grundierung und Lackierung des Rahmens begonnen. Danach folgte der Motor. Die Elektrik haben wir komplett überholt. Die Luftanlage von Grund auf erneuert. Das Fahrerhaus sowie die Pritsche und alle Anbauteile, oder das was davon übrig war, wurden sandgestrahlt, geschweißt und lackiert. Nach langer Suche haben wir sogar noch eine werksneue Plane aus den 80ziger Jahren bekommen! Für die Restauration wurden fast 3 Jahre mit unzähligen Stunden gebraucht.
Voller Stolz können wir nun das Fahrzeug „Auferstanden aus Ruinen“ wieder einsatzfähig präsentieren, nutzen es als Zugfahrzeug und zeigen es auch gern auf diversen Oldtimertreffen.