IFA W 50 LA
Der W50 (Werdau 50 Dezitonnen) war der Nachfolger des S 4000-1, wurde in Werdau entwickelt und in Ludwigsfelde (L) in der Serie produziert. Von den über 570.000 gebauten LKW wurden nur 635 Stück vom VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde als Tanklöschfahrzeug mit Ganzmetallkoffer (GMK) auf dem allradgetriebenen Fahrgestell (A) des Typs W50 LA ab 1984 gefertigt. Auffallend sind die Aluminiumrollläden die eine leichtere Entnahme der Ausrüstung als beim Vorgängermodell ermöglichen. Die Bauart mit einer Doppelkabine in Ganzstahlbauweise für eine Besatzung von 1:5 (6 Mann) wurde beibehalten. Die Fahrzeuge wurden zusätzlich zur besseren Brandbekämpfung mit einem Wendestrahlrohr versehen, das sich bis zu 400 mm pneumatisch ausfahren lässt. Das Wendestrahlrohr wurde im Gegensatz zum Vorgängermodell zusätzlich mit einem Schwerschaumstrahlrohr ausgestattet. Im Aufbau befindet sich ein 2200 l Wassertank, ein 500 l Schaumtank, die feuerwehrtechnische Ausrüstung und im Heck eine festeingebaute zweistufige Feuerlöschkreiselpumpe (FPH 22/8) mit einer Nennförderleistung von 2200 l/min bei einem Nennförderdruck von 8 bar und einer Nennförderhöhe von 80 m. Netzwasser, Leicht-, Mittel- oder Schwerschaum wird über eine automatische Zumischvorrichtung erzeugt.
Technische Daten
- Baujahr: 1987
- Motor Fahrantrieb: 4-Zylinder-Viertakt-Diesel
- Hubraum: 6560 cm³
- Leistung: 125 PS (92 KW) bei 2300 U/min
- zul. Gesamtgewicht: 10850 kg
- Radstand: 3700 mm
- Länge: 7085 mm
- Breite: 2500 mm
- Höhe: 3200 mm
- Verbrauch: 20l/100km
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Unser Modell
Unser W 50 TLF 16 GMK wurde 1987 als Neufahrzeug zur Freiwilligen Feuerwehr Königsstein geliefert und erst nach einer Gerätehauserweiterung 1988 in Dienst gestellt. Bei beiden Hochwasserkatastrophen 2002 und 2013 wurde er zum Auspumpen von Wohnungen genutzt und hat sich dabei als zuverlässiges Fahrzeug bewährt. Durch das sandige Wasser ging allerdings 2013 die Feuerlöschkreiselpumpe im Heck kaputt. Diese wurde dann von der Freiwilligen Feuerwehr Wilkau-Haßlau in ehrenamtlicher Arbeit repariert. Nach seiner Außerdienststellung 2015 wurde er als Anerkennung für die Hilfe dem Verein zur Erhaltung alter Feuerwehrfahrzeuge und Geräte e.V. der Freiwilligen Feuerwehr Wilkau-Haßlau übergeben. 2019 ging er dann in den Besitz unseres Oldtimermuseums über und wird nun von uns erhalten und gepflegt.