Tschaika GAZ 13
Der Tschaika GAZ-13 ist eine Luxuslimousine des sowjetischen Herstellers GAZ aus Gorki (heute Nischni Nowgorod). In dem Automobilwerk an der Wolga wurden neben zahlreichen PKW und leichten LKW Modellen auch die sehr bekannten Wolga Fahrzeuge hergestellt. Tschaika bedeutet übersetzt Möwe. Das sollte dem Luxusanspruch des Wagens gerecht werden. Das Fahrzeug sollte so sicher und erhaben über den Wolga-Modellen „kreisen“ wie die Möwe über dem gleichnamigen Fluss.
Die GAZ-13 wurden von 1959 bis 1981 in verschiedenen Varianten gebaut. Vorgänger war der GAZ-12 ZIM, der erste eigenentwickelte Luxuswagen des Herstellers. Nachfolger wurde ab 1977 der GAZ-14. Der Tschaika war als repräsentativer Dienstwagen des Staatsapparats vorgesehen, der in der Regel an hohe Funktionsträger des Landes sowie des Ostblocks geliefert wurde. Von den 3179 gebauten Exemplaren kamen einige hundert in die DDR. Sie waren z.B. bei Paraden mit hohen politischen Funktionären besetzt und fuhren unmittelbar nach den Cabrios, in denen die oberste Führungsriege stand. Ab dem Ende der 70er Jahre wurden sie nach und nach von Volvo-Modellen abgelöst und meist unter staatlicher Aufsicht verschrottet. Nur einige wenige Exemplare entkamen unter mysteriösen Umständen diesem Schicksal. Manche sollen sogar den Weg zurück in die Sowjetunion gefunden haben…
Technische Daten
- Baujahr: 1977
- Motorbauform: V8-Viertakt-Otto
- Getriebe: 3-Gang-Druckknopfautomatik
- Hubraum: 5500 cm³
- Leistung: 196 PS (144 KW) bei 4000 U/min
- Drehmoment: 402 Nm bei 2200 U/min
- Leergewicht: 2100 kg
- zul. Gesamtgewicht: 2580 kg
- Höhe: 1650 mm
- Breite: 1950 mm
- Länge: 5600 mm
- Verbrauch: 25 l/100 km Normalbenzin
- Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Unser Modell
Beim Kauf unseres Tschaika war es uns aufgrund der angespannten Ersatzteillage wichtig, dass die nicht mehr verfügbaren Teile wie z.B. Interior und Chromteile vollständig und gut erhalten sind. Zudem sollte der Wagen bezahlbar sein und eine spannende Geschichte haben, am besten eine aus der DDR. Da dies gleich drei Dinge auf einmal sind, hat die Suche mehrere Jahre gedauert und führte uns schließlich im November 2019 ins Allgäu. Dort fanden wir ein Exemplar welches schon einmal in Sachsen war. Ein Unternehmer aus Großenhain hat es 2007 aus der Ukraine importiert und als Oldtimer zugelassen. Da er „lieber Panzer fährt“ hat er es nach kurzem Besitz wieder an einen Händler verkauft. Dort stand es dann 10 Jahre. Er hatte aber die Information, dass es zum Fuhrpark von Breschnew gehört haben soll. Das könnte durchaus stimmen. Breschnew war Ukrainer und Autonarr, ihm gefiel das amerikanische Design. Er hatte mehrere dieser Fahrzeuge und soll hin und wieder auch mal eines verschenkt haben. Auffällig sind jedoch die Fahnenhalter auf den vorderen Kotflügeln. Diese sind eindeutig aus der DDR. Entweder wurden sie nachträglich montiert oder wir haben wirklich eines dieser Exemplare, welches zurück in die Sowjetunion kam. Anhand der Seriennummer 2840 versuchen wir nun herauszufinden wer der Erstbesitzer war. Es bleibt spannend...