Trabant P 601

Der Trabant 601 war das meistgebaute Modell der im VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau hergestellten Trabant-Baureihe. Er wurde unter der Typenbezeichnung P601 von 1964 bis 1990 gebaut, der Motor wurde im Barkas-Werk produziert. Während dieser langen Bauzeit  gab es keine nennenswerten Innovationen. Durch die ausbleibenden Modernisierungen wurde auch die Fertigungstechnik nicht weiterentwickelt, was zu einem starkem Verschleiß des Maschinenparks und einem gleichbleibenden Arbeitsprozess führte. Trotzdem wurde der Trabant weiter gekauft, weil es kaum Alternativen gab. Die Wartezeit für einen Trabant P 601 betrug im Jahr 1988 bis zu 15 Jahre. Der Preis für die günstigste Ausführung war auf 8.500 M der DDR festgesetzt. Auf dem Schwarzmarkt wurden neue Trabant ohne Wartezeit für 20.000 Mark gehandelt. 1988 waren in der DDR ca. 1,9 Millionen Trabant zugelassen. Insgesamt verließen 2.821.381 Stück das Werk in Zwickau. Kein anderes Fahrzeug oder Konsumgut verkörpert bis heute die DDR so stark wie der „Trabbi“.

Technische Daten

  • Baujahr: 1988
  • Motorbauform: 2-Zylinder-Zweitakt-Otto (luftgekühlt)
  • Hubraum: 594,5 cm³
  • Leistung: 26 PS (19 KW) bei 4200 U/min
  • Drehmoment: 54 Nm bei 3000 U/min
  • Leergewicht: 615 kg
  • Zuladung: 335 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 950 kg
  • Höhe: 1440 mm
  • Breite: 1510 mm
  • Länge: 3560 mm
  • Verbrauch: 7,0l/100km Benzin-Öl-Gemisch 1:33
  • Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h

Unser Modell

Unseren Trabant P 601 haben wir 2009 von einem Händler erworben. Von der weiteren Vorgeschichte ist uns daher nichts bekannt. Bei der Restauration 2010 entschieden wir uns aufgrund starker Durchrostungen an der Karosserie (ja; ein Trabbi besteht nicht nur aus „Pappe“), diese komplett zu ersetzen. Leider konnte keine passende des eigentlichen Baujahres 1988 ausfindig gemacht werden und somit hat unser Trabbi eine Karosserie von 1976 erhalten.

Zahlreiche Einzelheiten des 88ziger Modells mussten abgeändert werden. Unter anderem wurden die hinteren Ausstellfenster durch eine Festverglasung ersetzt, die Hinterachse wurde von Spiralfeder auf Plattfeder umgebaut und die Sitzschienen der 88ziger Karosserie wurden an die 76ziger geschweißt, nur so konnten wir die gut erhaltenen Sitze und die Innenausstattung verwenden. Das wir dadurch jetzt ein „Mischmodell“ haben ist uns durchaus bewusst. Zu DDR-Zeiten war diese Verfahrensweise üblich. Man musste aus dem was gerade vorhanden war etwas machen. Somit haben wir nun eine originale DDR Restauration.