IFA W 50 L
Der W50 L (Werdau 50 Dezitonnen) war der Nachfolger des S 4000-1 und wurde in Werdau entwickelt. Aufgrund der geplanten großen Produktionszahlen war die Kapazität dort aber nicht ausreichend. Es musste ein komplett neues Werk gebaut werden. Als Standort entschied man sich für Ludwigsfelde, worauf auch das L in der Typenbezeichnung hinweist. Zwischen 1965 und 1990 wurden im IFA Kombinat Ludwigsfelde 571.789 solcher Lastkraftwagen gebaut. Er ist mit seiner großen Anzahl an Ausführungen für nahezu jeden Zweck der meistgebaute und bedeutendste LKW der DDR. Er wurde in 60 verschiedenen Grundvarianten z.B. als Kipper, Pritsche, Militär, Feuerwehr u. Kofferfahrzeug gefertigt. Neben dem Standardfahrerhaus (zweitürig, zwei Sitzplätze) gab es ein verlängertes Fahrerhaus (zweitürig, vier Sitzplätze oder zwei Sitzplätze und zwei Schlafliegen) und zwei Langfahrerhausvarianten (viertürig, sechs oder zehn Sitzplätze). Bei diesen vielen Varianten beschränkte man sich jedoch auf zwei Radstände; 3200 mm und 3700 mm. Für Sonderaufbauten wie Kehrmaschinen und einige Exportmärkte wurden Rechtslenker angeboten.
Technische Daten
- Baujahr: 1984
- Motor Fahrantrieb: 4-Zylinder-Viertakt-Diesel
- Hubraum: 6560 cm³
- Leistung: 125 PS (92 KW) bei 2300 U/min
- Leergewicht: 5300 kg
- zul. Gesamtgewicht: 7150 kg
- Radstand: 3700 mm
- Länge: 6530 mm
- Breite: 2500 mm
- Höhe: 3200 mm
- Verbrauch: 20l/100km
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Unser Modell
Unsere W 50 L Pritsche wurde zunächst von der Staatssicherheit in Gera eingesetzt. Das erkennt man auch heute noch an der Dachluke, die bei Militärfahrzeugen auf der Beifahrerseite des Fahrerhauses eingebaut wurde. Nach der Wende 1990 wurde er von Hubert Winkler, besser bekannt als „Leitermann“, erworben. Er stellt Leitern, Böcke und Rüstmaterial aus Holz her. Mit dem W 50 fuhr er durch Stadt und Land und verkaufte seine Ware. Mit einer Glocke machte er dabei auf sich aufmerksam. Bei einem Leiterkauf sagte Andreas Schwalbe einmal zu ihm: „Wenn du irgendwann mal deinem W 50 verkaufen willst, dann sage Bescheid“. Im Frühjahr 2012 war es dann soweit und er stand bei uns. Durch seinen sehr guten Pflege- und Erhaltungszustand waren kaum Restaurationsarbeiten erforderlich. Lediglich die Kopfdichtungen haben wir erneuert. Wir erhalten und präsentieren ihn nun im originalen Einsatzzustand.