Wolga GAZ 24

Der Wolga GAZ 24 des sowjetischen Herstellers GAZ aus Gorki (heute Nischni Nowgorod) löste 1967 den Wolga M 21 ab und wurde mit kleineren Veränderungen bis 1992 gebaut. Die Kombivariante war der GAZ 24-02. Das Fahrzeug besitzt im Gegensatz zu seinem Vorgänger eine selbsttragende Karosserie. Der Motor befindet sich über der Vorderachse auf einem Hilfsrahmen und treibt über die Kardanwelle und das Differential die Hinterachse an. Die Vorderachse ist mit Doppelquerlenkern und Schraubenfedern ausgestattet. Die Hinterachse ist eine Starrachse mit Blatt-federn. Schräg angeordnete Stoßdämpfer unterdrücken die Schwingungen der Federn und dämpfen Querbewegungen der Achse. Die Bremse arbeitet hydraulisch in einem Zweikreisbremssystem mit Duplextrommelbremsen vorn und Simplextrommelbremsen hinten. Zur Bremskraftverstärkung ist ein Unterdruck-Bremskraftverstärker verbaut. Das Fahrzeug wurde in ganz Osteuropa vor allem als Behördenfahrzeug oder Taxi eingesetzt.

Technische Daten

  • Baujahr: 1972
  • Motorbauform: 4-Zylinder-Viertakt-Otto
  • Hubraum: 2445 ccm
  • Leistung: 98 PS (72 KW) bei 4500 U/min
  • Leergewicht: 1455 kg
  • Zuladung: 375 kg
  • zul. Gesamtgewicht: 1830 kg
  • Höhe: 1490 mm
  • Breite: 1800 mm
  • Länge: 4735 mm
  • Verbrauch: 12,5 l/100 km
  • Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h

Unser Modell

Unser GAZ 24 wurde am 26.04.1972 von der SED Bezirksleitung Schwerin zugelassen. 1976 wurde er Eigentum einer Schweriner Kapelle. Im September 1978 hat ihn Andreas Schwalbe gekauft. Er ist damit das Fahrzeug mit der längsten Historie in unserem Besitz. Damals wurde er zunächst als geräumiges Alltagsfahrzeug genutzt. Jeden Sommer ging es damit an die Ostsee. Sein unverwechselbarer Geruch im Innerraum erinnert uns noch heute an diese schöne Zeit. Er war rot, das Dach wurde schwarz matt mit einer „Lederoptik“ lackiert. Er wurde stets pfleglich behandelt und gewartet, Durchrostungen geschweißt  und neu lackiert. Nach der Wende im Juli 1990 hat Andreas Schwalbe einen Taxibetrieb eröffnet und den Wolga dann im vorgeschriebenen Farbton hellelfenbein lackiert und als Taxi eingesetzt. Einzig das Dach ist schwarz geblieben. Nach seiner Ausmusterung als Taxi 1996 wurde er dann schließlich 1997 als Oldtimer angemeldet wurde. Der Wolga befindet sich heute noch im originalen, voll fahrbereiten Gebrauchszustand in der Taxi-Lackierung und wird von uns aufgrund seiner langen Geschichte auch so erhalten.